Von der Covid Pandemie zur Plastikmüll Epidemie

Covid 19, ein Virus geht um die gesamte Welt und sorgt dafür, dass Regierungen und Menschen gleichermaßen den Atem anhalten. Ein Kleinstlebewesen zeigt uns, wie es in kürzester Zeit die Welt buchstäblich auf den Kopf stellt.

Führende Wissenschaftler, die UNO, der WWF, die Voice Aid Association als auch international bekannte Umweltaktivisten warnen davor, dass sich aus dieser Covid Pandemie durch die Anschaffung weltweiter PSAs (persönliche Schutzausrüstung) eine neue Pandemie entwickelt, die der Umweltverschmutzung durch Plastik.

Handschuhe, Masken, Desinfektionsmittel, Einwegkittel werden überall gebraucht. In Krankenhäusern als auch im Einzelhandel, in Seniorenheimen, in Frisörsalons und zahlreichen weiteren Einrichtungen, genauso wie in jedem privaten Haushalt.

Die Plastikflut ist unaufhaltsam – sie rollt auf uns zu!

Nach Schätzungen des UNO-Umweltprogramms (UNEP) gelangen jedes Jahr mehr als 8 Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Laut einem Bericht der Organisation Ocean Conservancy sind hauptsächlich fünf Staaten dafür verantwortlich: Vietnam, Thailand, China, Indonesien und die Philippinen. Die Hälfte der weltweit produzierten Plastikerzeugnisse sind Einwegartikel, wozu auch die PSA Artikel gehören.

Im Mittelmeer werden laut WWF pro Jahr 570.000 Tonnen Plastik entsorgt. Dies entspricht 33.800 Plastikflaschen pro Minute. Allein in Italien werden laut Einschätzung des Polytechnikums Turin während der Aufhebungsphase der Ausgangsbeschränkungen ca. 1 Milliarde Masken sowie eine halbe Milliarde Plastikhandschuhe pro Monat benötigt.

Bildquelle: OceanAsia

Einem weiteren Bericht des WWF zufolge führt die falsche Entsorgung von nur 1% der Masken durch Verteilung in der Natur dazu, dass bis zu 10 Millionen Masken pro Monat die Umwelt verschmutzen.

Gerade Plastikmüll stellt uns im Mittelmeer, einem Binnenmeer, vor besondere Herausforderungen. Laut einem Bericht des WWFs finden sich im Mittelmeer 7% des globalen Mikroplastiks, obwohl im Vergleich zur weltweiten Wasserfläche das Mittelmeer nur rund ein Prozent ausmacht. Die Gründe hierfür werden gesehen in mangelhaftem Recycling der Anrainerstaaten. Laut der NGO (Non Profit Organisation) werden nur ein Drittel des anfallenden Plastikmülls wiederverwertet.

Von der Straße ins Meer!

Wird Abfall – egal welcher Art – ordnungsgemäß entsorgt, landet er in einem Mülleimer, ansonsten landet er auf der Straße oder auf dem Bürgersteig. Fällt dieser nun in eine Rinne, gelangt er über Gullies in die Abwasserkanäle oder auch durch die Vermischung mit Regenwasser letztlich in die Flüsse und somit in die Meere. Operation Mer Propre fordert die Menschen auf, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und die Straßen und die Umwelt nicht länger zu verschmutzen. Sie plädiert für eine Abkehr von Einwegmasken/-plastikhandschuhen um somit dafür, die Verschmutzung an der Quelle zu reduzieren.

Joffrey Peltier – Mitbegründer der Operation Mer Propre – sagt: „Natürlich müssen wir uns vor Covid-19 schützen, aber ich glaube weniger, dass Plastik die angemessene Lösung ist. Wir können wiederverwendbare Masken tragen und unsere Hände mit Seife waschen, anstatt hydroalkoholisches Gel zu verwenden, weil wir jetzt auch anfangen, diese Gelflaschen im Meer zu finden.“

Bildquelle: euronews

Ist Kreislaufwirtschaft eine mögliche Lösung?

„Der Abfall im Meer entsteht durch die Art und Weise, wie wir PSA und Plastik im Allgemeinen entsorgen, und weniger durch den Gebrauch selbst”, sagt Richard Thompson, Professor für Meeresbiologie an der Universität von Plymouth, der 2004 erstmals den Begriff “Mikrokunststoffe” prägte.

Er fügt hinzu, dass aber auch vor allem die richtige Gestaltung von Produkten in erster Linie dazu beitragen könnte, die Menge das Abfalls im Meer zu kontrollieren. Diese Philosophie ist die Grundlage der Kreislaufwirtschaft, die darauf abzielt, Produkte herzustellen, die sich leichter recyceln lassen.

Die richtige Wahl der Herstellungsmaterialien ist wichtig!

Zu den Gesichtsmasken, die aus China importiert werden, sagen Experten, dass diese aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien und Polymeren gefertigt sind. Solche Produkte zu recyceln ist unglaublich herausfordernd.

Claudia Brunori, Chemikerin der italienischen Regierungsagentur für neue Technologien, Energie und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung (ENEA), sagt dazu: „Die Länder sollten versuchen, Produkte aus dem gleichen Polymer zu entwickeln, die wir zurückverfolgen und in versiegelten Einwegbehältern sammeln können, wo sie desinfiziert und wiederverwertet werden können.“

Auf lokaler Ebene geschieht dies in kleinem Maßstab, wo NGOs, Institutionen und Forscher wiederverwendbare PSA geschaffen haben, bei denen die Maskenstruktur erhalten bleibt und nur der Filter weggeworfen wird.

Mike Bilodeau, PlasticOceans Regionaldirektor für Europa, sagt hierzu, dass es besser ist, PSA vor Ort herzustellen, anstatt Schutzausrüstung zu importieren, und zwar so, dass die Kunststoffelemente recycelt und leichter wiederverwendet werden können.

Was können wir tun?

  1. Verwendet wiederverwertbare oder wiederverwendbare oder waschbare Schutzmasken
  2. Entsorgt verwendete PSA ordentlich im Hausmüll, weniger im Plastikmüll
  3. Verwendet Masken aus regionaler Produktion und natürlichen Materialien
  4. Nutzt Masken, deren Filter austauschbar sind

Jeder kleine Beitrag – aus Achtsamkeit entstanden und mit Achtsamkeit gelebt – trägt dazu bei, die neue Flut an Umweltverschmutzung zu verringern.

Denkt daran: Unsere Meere erhalten uns am Leben. Das Leben in den Flüssen und Meeren zu erhalten heißt, uns am Leben zu erhalten und allen weiteren folgenden Generationen das Leben auf unserem Planeten zu ermöglichen.

Lebt nach dem Motto WE ARE ONE – den Menschen und dem Planeten zuliebe.

Passt auf Euch auf, achtet aufeinander und schützt Euch und alle Menschen in Eurem Umfeld, egal ob zu Hause oder unterwegs, sowie unsere Umwelt, unsere Flüsse und Ozeane – zum Wohle allen Lebens.

Bleibt gesund.

Textquelle: euronews